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Fugen in Estrichen

Es gibt einige unterschiedliche Bezeichnungen für Fugen in Estrichen z. B. Scheinfugen, Bewegungsfugen, Randfugen sowie Schallunterbrechungsfugen.

Alle Fugen haben Aufgaben zu erfüllen und sind unterschiedlich zu behandeln.

I. Scheinfugen oder angeschnittene Fugen bei Zementestrichen

Estrich auf Dämm- und Trennschichten sind relativ frei auf ihrer Unterlage beweglich. Schwindspannungen werden als Zugspannungen wirksam und führen u. U. zu Rißbildungen. Um eine wilde unkontrollierte Rißbildung auf ein Minimum zu begrenzen, sind Scheinfugen zur Verkleinerung der Estrichfelder und zur Vorgabe des Rißverlaufs notwendig.
Scheinfugen werden durch Einschneiden in den frischen Estrich auf ein Drittel seiner Dicke mit der Kelle hergestellt.
Diese Schein- bzw. Sollbrechfugen sind vom Estrichleger, wo nötig, nach seinem Ermessen als Nebenleistung anzuordnen und herzustellen.
Bei Anhydritestrichen sind hier wegen der ausgesprochenen geringen Schwindung keine Fugen nötig. Anhydritestriche benötigen keine weiteren Fugen zur Aufteilung größerer Flächen.

II. Bewegungs-Dehnfugen

Diese Fugen trennen den Estrich in gesamter Dicke. Sie sind nur über Bewegungsfugen im Untergrund oder zur Flächenunterteilung in Bereichen mit hohen Temperaturschwankungen (Außenbereiche, Dachbodenestriche, Heizestriche etc.) notwendig. Schließen oder Verfüllen dieser Fugen mit Dichtstoffen oder Sonderprofilen ist eine gesondert auszuschreibende und zu zahlende Leistung.

III. Schalltrennfugen

Diese Fugen werden häufig in öffentlichen Gebäuden wie Schulen, Krankenhäuser oder Bürohäuser zwischen den Fluren und Nebenräumen angeordnet. Hierfür gibt es entsprechende Profile diverser Hersteller nach Wahl, die besonders ausgeschrieben werden.

IV. Fugen im Verbundestrich
Bei echten Verbundestrichen (mit Haftbrücken) sind in der Regel keine Fugen notwendig. Auch über Schein- oder Preßfugen im Untergrund sollten bei Verbundestrichen keine deckungsgleichen Scheinfugen angelegt werden. Hier kann später u. U. ein Riß entstehen, aber dieser Riß beeinträchtigt die Funktion in der Regel nicht.

Zumindest ist ein Riß gegenüber rollenden Beanspruchungen im Vergleich mit einer Scheinfuge widerstandsfähiger. Diese eventuell entstandenen feinen Haarrisse entlang von Preßfugen können an der Oberfläche mit Gießharz gegen Flankenausbrüche gesichert werden.